Hecken in der Landschaft

Hecken sind wertvolle Landschaftselemente:

  • Hecken bieten Tieren und Insekten Rückzugsorte. Besonders in einer Höhe bis zu 1,50 Metern, finden Sie Nahrung, brüten und schlafen.
  • Blühende oder Früchte tragende Sträucher sind eine willkommene Abwechslung in meist aufgeräumten Landschaften
  • Hecken übernehmen eine bedeutende Rolle in der Biotopvernetzung
  • In Zeiten des Klimawandels sind Taubildung und Beschattung wichtige Effekt, die eine gut gepflegte Hecke bietet. Weitere ökologische Vorteile sind Lärm-, Erosions- und Windschutz, außerdem tragen Hecken zur natürlichen Schädlingsbekämpfung bei.

Hecken entstehen an Grenzflächen verschiedener Nutzungsbereiche und gliedern die Landschaft. Historisch wurden Hecken für Brennholz, Grundstückseinfriedung und Nahrungs-. sowie Futtergewinnung genutzt. Viele Hecken verloren an wirtschaftlicher Bedeutung und verschwanden teilweise im Zuge der Flurbereinigung. Damit die ökologische sowie schützende Funktion der verbliebenen und neu angelegten Hecken erhalten werden kann, ist eine regelmäßige fachgerechte Pflege jedoch notwendig. 

Grundprinzipien der Heckenpflege 

  • Heckenpflege nur zwischen 1. Oktober und 28. Februar
  • Pflege in maximal 25 m - Abschnitten bzw. nie mehr als ein Drittel der Hecke auf einmal schneiden
  • Strauchreiche, artenreiche Hecken etwa alle 10 Jahre auf Stock setzen; bei Verlängerung der Intervalle werden die Arten unterstützt, die nicht durch Wurzelausläufer sehr wüchsig und schnell konkurrenzstark werden (z.B. Weißdorn)
  • Konsequente Pflege: Stockhieb (Parallel zum Boden) statt seitlichen Beschneidens
  • Heckensäume abschnittsweise alle 1-3 Jahre mähen
  • Wildobst bzw. Obstbäume können teilweise in den Hecken als Überhälter belassen werden.

Auf-den-Stock setzen
für Sträucher dominierte Hecken

  • Das abschnittsweise auf den Stock setzen der Sträucher verjüngt die Hecke (Stockhieb)
  • Der dichte Stockausschlag in den verjüngten Bereichen verhindert ein „Verkahlen“ des Heckenkerns
  • Bei konstant kurzen Pflegeintervallen unter 10 Jahren setzten sich nur die ausschlagfreudigsten Pionierarten durch, wie Schlehe und Roter Hartriegel
  • Wichtig für ein erneutes Ausschlagen der geschnittenen Bereiche ist eine ausreichende Lichtversorgung der freigestellten Heckenfläche.
  • Der Schnitt wird beim Auf-den-Stock setzen 5-50 cm über dem Boden oder dem alten Stumpf gesetzt. Er sollte glatt und für einen besseren Wasserabfluss geneigt sein.

    Es gibt folgende Arten des Schneidens je nach Wuchsform:

    • Baum- bzw. Straucharten, die kurz unterhalb der Schnittfläche wieder ausschlagen, 3-5 cm über der Schnittstelle von der letzten Pflegemaßnahme kappen (z.B. bei Weiden, Pappeln, Robinien, Ulmen, Linden, Rosskastanien, Hainbuche). Zu beachten ist, dass immer mindestens ein paar schlafende Augen bzw. Knospenansätze im zurückbleibenden Stumpf vorhanden sind
    •  Baum- bzw. Straucharten, die aus dem Wurzelhals ausschlagen, 5-50 cm über dem Boden kappen (z.B. bei Schwarzerle, Esche, Ahorn, Kastanie, Grauerle, Hasel, Schlehe, Hartriegel)
    • Einzelne konkurrenzschwache Bäume/Sträucher können vom Stockhieb ausgespart werden, insbesondere schlecht austreibende Arten wie Weißdorn und Obstgehölze

Plenterung / Einzelbaumentnahme
für Hoch- und Baumhecken

  • Zu viele hochwachsende Bäume erzeugen einen „Düseneffekt“, der sich bei starkem Wind nachteilig auf die angrenzenden Kulturpflanzen ausüben kann
  • Werden in einer Baumhecke einzelne Bäume entnommen, ist ein Stockhieb in der darunter liegenden Strauchschicht sinnvoll
  • Die Kronen einer Baumhecke sollten nicht durchgängig in Kontakt sein. Lücken im Bestand sind von Vorteil, da Bäume die konkurrenzstärkeren Arten sind und schnell die eigentlich gewünschten Sträucher verdrängen. Auch wird dadurch die Strukturvielfalt gefördert

Auf-den-Kopf setzen
für Kopfbäume

  • Kopfbäume, wie z.B. die Kopfweide, sind Bäume, die regelmäßig in ca. 2 Meter Höhe durch einen Schnitt verjüngt werden. Das Schnittgut wird bzw. wurde zur Herstellung von Körben, zu Futterzwecken oder zur Feuerholzgewinnung genutzt
  • Kopfweiden alle 2-5 Jahre zurückschneiden
  • Zweige wenige Zentimeter über dem alten Holz am „Kopf“ abschneiden

    Gefährdung durch unsachgemäßen Schnitt:

    • Ein zu später Schnitt fördert die Gefahr des Auseinanderbrechens des Stamms; Gebrochene Stämme können noch jahrelang weiterleben
    • Bei einem Rückschnitt, der später als 3 Jahre erfolgt, steigt die Gefahr von Fäulnisherden im Stamm. Die Weide kann dadurch frühzeitig absterben
  • Der Erhalt von Kopfbäumen wird teilweise gefördert.

Schnittgut

Der überwiegende Teil des Schnittguts sollte aus der Hecke entfernt werden, damit verrottendes Material dem Neuaustrieb nicht das Licht nimmt und es nicht zu Fäulnisprozessen kommen kann. Einzelne Reisighaufen können jedoch im Heckenbereich belassen werden, sie dienen als Lebensraum für Igel und Mauswiesel. Als Lösung für die Verwendung des restlichen Schnittguts bietet sich das Häckseln an. Das Schnittgut kann z.B. als Heiz- oder Mulchmaterial genutzt werden. Ist ein Verbrennen des Materials vor Ort angedacht, ist die Absprache mit dem Ordnungsamt und der Feuerwehr empfehlenswert. Ein langes Liegen lassen des Schnittguts vor der Verbrennung ist zu vermeiden, da sonst viele Unterschlupf suchende Tiere und Insekten mitverbrannt werden.

Totholz

Befinden sich abgestorbene Bäume im Heckenbestand, nehmen diese eine wertvolle Funktion als Nahrungsquelle und Bruthabitat ein. Wenn die Verkehrssicherungspflicht und/oder Anlieger es zulassen, sollte auf eine Fällung verzichtet werden. Alternativ kann versucht werden den Stamm so hoch wie möglich zu kappen. Ist es notwendig einen abgestorbenen Baum zu entnehmen, wird eine Rücksprache mit der Unteren Naturschutzbehörde empfohlen. Auch bei einem ortsbildprägenden, lebenden Baum kann eine Rücksprache sinnvoll sein.